Wörterbuch

Hier finden Sie Schlüsselwörter, die aktuelle Entwicklungen und Ereignisse aufgreifen. Sie ergänzen die "Landeskunde Deutschland 2018", die dadurch immer auf dem letzten Stand bleibt (mit Seitenverweis). Die Wörter betreffen Kultur, Politik und Wirtschaft und sind mit der Zeit zu einem kleinen Wörterbuch geworden. Sie erfassen auch neuere Entwicklungen des Sprachgebrauchs, u.a. Modewörter und Wendungen.

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  • Hamburger Hafen
  • Zu Seite 27: Hamburg


    Hamburgs Hafen ist der zweitgrößte in Europa nach Amsterdam. Doch die 100 Kilometer von der Küste bis zum Hafen haben es in sich, weil er Fluss für die modernsten Containerschiffe nicht tief und nicht breit genug ist. Geplant ist, die Elbe um einen Meter zu vertiefen, aber es gibt Hindernisse: Die ökologischen Folgen können gravierend sein, wie z.B. die Versalzung der Obstwiesen. Gleichzeit geht der neue Tiefseehafen in Wilhelmshafen in Betrieb, Hamburg muss um seine Vorrangstellung bangen.

  • Hartz IV
  • Zu Seite 136: Der Strukturwandel

    oder Arbeitslosengeld II oder ALG II ist die sogenannte „Grundsicherung für Arbeitssuchende“. Ab 2002 tagte eine Kommission unter der Leitung des ehemaligen VW-Managers Peter Hartz, die Vorschläge für eine effiziente Arbeitsmarktpolitik und staatliche Vermittlung vorlegen sollte. Die einzelnen Gesetze zur Reform des Arbeitsmarktes bekamen die Kürzel Hartz I, Hartz II, Hartz III und Hartz IV und traten im Rahmen der Agenda 2010 in den Jahren 2003 bis 2005 in Kraft.

    Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe (= Hilfe zum Lebensunterhalt) wurden zum Arbeitslosengeld II (Hartz IV) zusammengeführt. Arbeitssuchende erhalten nach 18 Monaten Arbeitslosengeld I das Arbeitslosengeld II, das zum Teil unter der bisherigen Sozialhilfe liegt. Das Prinzip „Fördern und fordern“ soll den Arbeitslosen den Weg in die Beschäftigung ebnen: „fördern“ durch Fortbildungsmaßnahmen und „fordern“ zur Eigeninitiative.

    Gewerkschaften und Wohlfahrtsverbände kritisierten besonders die Bedingungen für die Zumutbarkeit, d.h. Arbeitssuchende müssen auch untertariflich bezahlte und geringfügige Beschäftigung annehmen.

    Die Folgen: Die Arbeitslosenzahlen gingen um die Hälfte zurück, aber die Zahl derer, die von ihrer Arbeit nicht leben können, ist gewachsen. Es gibt nicht mehr Arbeit, aber die vorhandene Arbeit ist anders verteilt worden, in Teilzeitstellen und prekäre Arbeitsverhältnisse. Ein Niedriglohnsektor ist entstanden. Für diese Menschen ist Altersarmut vorprogrammiert. Die Regierung auf Initiative der SPD steuert mit der Einführung eines Mindestlohns dagegen. Die Zahl der Bezieher von Hartz IV ist nicht gesunken, denn viele Erwerbstätige müssen aufstocken (Aufstocker), d.h. zusätzlich Hartz IV beantragen. Hinzu kommt, dass Langzeitarbeitslosigkeit kaum abgebaut werden konnte. Langzeitarbeitslose sind Arbeitslose ohne abgeschlossene Berufsausbildung, ältere Menschen, Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen oder einer Behinderung und Menschen mit Sprachproblemen.

    Die Meinungen sind geteilt: Die einen sehen in Hinblick auf den entstandenen Niedriglohnsektor die Reform als verfehlt, die anderen sehen die Reform als Erfolg und verweisen auf die niedrige Arbeitslosenquote und die starke Wirtschaft.

  • Hauptstadt
  • Zu Seite 9: Das Stichwort Hauptstadt

    die Hauptstadt: Am 20. Juni 1991 beschloss der Deutsche Bundestag in einer historisch bewegten Sitzung, den Regierungssitz von Bonn nach Berlin zu verlegen. Die Mehrheit war knapp, da mit der Vergangenheit Berlins viele Ängste verbunden waren. Heute sind diese Ängste verflogen und die Metropole Berlin gibt sich pragmatisch, jung und kreativ, manchmal noch etwas provinziell. Nicht zu übersehen ist, dass die alte neue Hauptstadt nicht genügend Industrie anzieht und demzufolge auf keinem dicken Finanzpolster sitzt. Der Hauptstadtkulturfonds musste eingerichtet werden, um den kulturellen Ansprüchen Berlins gerecht zu werden.
    Die ehemalige Hauptstadt Bonn nennt sich heute Bundesstadt und UN-City (Sitz internationaler Organisationen wie dem Klimasekretariat) und kommt mit ihrem neuen Image gut zurecht. Sechs Ministerien haben ihren Hauptsitz aber nach wie vor in Bonn (Verteidigung, Gesundheit, Umwelt, wirtschaftliche Zusammenarbeit, Landwirtschaft und Bildung/Forschung), was enorme Kosten und entsprechende Kritik verursacht.

  • Helferkreise
  • Zu Seite 82: Engagement in Ehrenämtern

    Während Grenzen geschlossen werden und sich der Zuzug von Flüchtlingen verringert, organisieren sich Helferkreise in Deutschland immer professioneller, um den Flüchtlingen den Start zu erleichtern. Sie bieten Hilfe zur Selbsthilfe. Das reicht von der Unterstützung bei Behörden, über Deutschkurse bis zur Hilfe bei der Jobsuche. Aber auch Freizeitbeschäftigung und kultureller Austausch gehören dazu. Bürger können sich ehrenamtlich bei den Helferkreisen melden und ihre Mithilfe anbieten. Gebraucht werden aktive Freiwillige im schulischen Bereich, Lernpaten, Hilfe für minderjährige Flüchtlinge, Hilfe bei der Wohnungssuche, Sachspenden und vieles mehr. Eine fast unüberschaubare Zahl von Initiativen und Organisationen ist entstanden, als privates Engagement und von Seiten von Verbänden, Instituten, Kirchen und Unternehmen. 3 Beispiele aus Berlin: Die Matching-Plattform alle-helfen-jetzt.de bringt kreative Hilfsinitiativen mit Unternehmen zusammen, die Flüchtlinge in Berlin unterstützen wollen. - In Berlin engagieren sich viele Initiativen für Flüchtlinge und koordinieren den Einsatz von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. - Sie wollen Zeit spenden? Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stiftung Gute Tat informieren werktags von 09.00 -17.00 Uhr unter der Rufnummer 030 390 883 99 über passende Unterstützungsmöglichkeiten.

  • Herausforderung
  • die Herausforderung (meist im Singular): häufig gebrauchtes Wort für alle Situationen, die eine intellektuelle oder körperliche Anstrengung erfordern und persönlichen Einsatz erfordern. Diese Aufgabe ist eine große Herausforderung sagt derjenige, der sich einer Aufgabe stellt. Der Politiker meint dabei Reformen zum Beispiel, der Sportler denkt an den Rekordversuch, der Manager spricht von der Globalisierung, mit deren Chancen und Gefahren er umgehen muss usw.

  • hipp (ugs.)
  • Adjektiv: = schick, angesagt

    Beispiele: Twitter ist zum hippen Spielzeug geworden; hippe Klamotten; die hippste Kneipe der Stadt

  • HIS
  • Die HIS Hochschul-Informations-System GmbH unterstützt die Hochschulen sowie die Staatliche Hochschulpolitik

    1. als Softwarehaus der Hochschulverwaltungen,
    2. in der Hochschulforschung (empirische Untersuchungen und Expertisen),
    3. in der Hochschulentwicklung (Hochschulbau und Hochschulorganisation).

    HIS wurde 1969 von der Stiftung Volkswagenwerk als gemeinnütziges Unternehmen gegründet und 1975 von Bund und Ländern übernommen.

    Zuletzt machte HIS auf sich aufmerksam, als es in einer Studie belegte, das von 100 Studienanfängern in Deutschland 21 ihr Studium ohne Abschluss verlassen. Enttäuschend ist, dass die Zahlen bei den Bachelor-Studiengängen sogar bei 30 Prozent liegen. Hier hatte man sich das Gegenteil erhofft und versucht nun, Abhilfe zu schaffen.

  • Hochschulrankings
  • Das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) veröffentlicht jährlich ein Hochschulranking Deutschlands. Für jedes Fach wird die Qualität von Forschung und Lehre an Universitäten und Fachhochschulen erfasst. Das CHE stellt internationale Vergleiche an, entwickelt Modelle zur Modernisierung der deutschen Hochschulen und konkretisiert diese zusammen mit Vertretern aus Hochschulen und Politik.

  • Humankapital
  • Das Wort Humankapital wurde von Sprachforschern der Unwort-Jury zum Unwort des Jahres 2004 erklärt. Begründung: Es ist verwerflich, den Menschen auf eine bloße ökonomischen Größe herabzustufen und nicht als ganzheitlich-soziales Wesen zu sehen. Die Wahljury assoziiert das Wort mit Kostensenkungen und Entlassungen. Das Gegenteil sei richtig, sagen die Kritiker. Für sie ist das Wort positiv besetzt. Die EU hat den Begriff eingeführt und versteht darunter das Wissen und die Fähigkeiten des Menschen. Organisationen wie der Human Capital Club weist auf den Wert der Mitarbeitern als das Kapital eines Unternehmens hin.

  • Hybridauto
  • Der Hybridmotor basiert auf einer umweltschonenden Technologie, bei der weniger Benzin bzw. Diesel verbraucht wird. Verwendet werden ein Benzin- oder Dieselmotor und ein Elektromotor sowie eine Batterie. Verbrauch und Emission können bis zur Hälfte reduziert werden.

    Ein Hybridmotor lohnt sich für Stadtfahrer, da erst ab 25-30- Stundenkilometer der Benzinmotor gestartet wird. Bei jeder Bremsung lädt sich die Batterie wieder auf.
    Fahrer "mit Bleifuß " werden allerdings wenig Freude an einem Hybridautor haben, da sie für die Anschaffung mehr bezahlen und dann nur wenig sparen.

  • Hype
  • der oder das Hype, die Hypes: zeitlich begrenzte euphorische Begeisterung, großer Wirbel, mitreißende Werbung.

    Beispiele: der Hype um das iPhone); der Medien-Hype (übertriebene Nachrichten, die gezielt zur Werbung benutzt werden); der Internet-Hype (etwas, das sich rasend schnell über das Internet verbreitet, z.B. ein Link)